Filmabend im KulturForum: Schwarzes Gold

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Am Mittwoch, 25. November 2009
um 20.00 Uhr
im KulturForum, Serrahnstr. 1, 21029 Hamburg-Bergedorf

Eintritt: 4,–€, ermäßigt 2,–€

zeigen der Weltladen Bergedorf und das filmforum bergedorf zusammen den Film Schwarzes Gold.
Originaltitel: Black Gold
Land, Jahr: Großbritannien 2006
Regie: Marc und Nick Francis
Sprachfassung: Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Länge: 80 Minuten
Filmpartner: Oxfam, TransFair

Zum Film:

Der Protagonist der Geschichte ist Tadesse Meskela, der als Repräsentant der Oromia-Kaffee-Kooperative mehr als 70.000 Kaffeebauern in seinem Heimatland Äthiopien vertritt.
Die afrikanischen Anbauer haben keinen Einfluss auf den weltweit maßgeblichen Kaffeepreis, der täglich an den internationalen Kaffeebörsen festgelegt wird. Von den 230 Dollar, die aus einem Kilo Kaffeebohnen (rund 80 Tassen) im Westen erzielt werden können, erhalten sie gerade einmal zwischen 23 und 50 Cent. Für diesen Erlös können sie kaum ihre Familien ernähren und ihre Kinder zur Schule schicken. Deshalb will Tadesse Meskela die Handelskette verkürzen, indem er die Kaffee-Auktionen zu umgehen und direkt in Kontakt mit Röstern wie Dallmayr und Starbucks zu treten versucht. Der Markterfolg von „fair“ gehandeltem Kaffee und Marktnischen wie organisch angebautem Kaffee, wie sie von Tadesse und der Oromia-Kooperative angeboten werden, hängt jedoch von der Kaufentscheidung der Konsumenten ab.

Der Dokumentarfilm „Schwarzes Gold“ spannt einen weiten Bogen von den Bauern im Süden Äthiopiens bis zur „World Barista Championship“ in Seattle, wo die besten Kaffeebrüher zum Wettstreit antreten. Die Kluft zwischen der glitzernden Welt auf Hochglanz polierter Espresso-Maschinen, des Mitarbeiterdrills in Caféhaus-Ketten wie Starbucks und der elitären Auslese beim italienischen Espresso-Hersteller Illy auf der einen Seite sowie der mühsamen Arbeit der afrikanischen Kaffeebauern auf der anderen Seite könnte kaum größer sein.

Tadesse Meskela: „Unsere Hoffnung ist, dass die Konsumenten eines Tages verstehen werden, was sie trinken. Die Konsumenten können etwas ändern, wenn sich ihr Bewusstsein ändert und sie ihre Nachfrage nach „fairen“ Produkten steigern. Das gilt nicht nur für Kaffee. Alle Produkte, die aus der Dritten Welt stammen, erzielen sehr niedrige Preise, wovon die Anbauer stark betroffen sind.“

Die Regisseure Nick und Marc Francis zum Film: „Die Idee, einen Film über Kaffee zu machen, entstand, als Ende 2002 bekannt wurde, dass Äthiopien von einer neuerlichen Hungersnot betroffen war. 20 Jahre nachdem Leute auf der ganzen Welt gegen die Krise in Äthiopien eingestanden waren, hatte sich dort offenbar gar nichts verändert. Wir wollten das westliche Publikum darüber aufklären, dass das Problem immer noch besteht. Dabei suchten wir nach einem geeigneten Weg, das Thema mit unserem eigenen Alltag zu verbinden.
Wir hoffen, einen Film gemacht zu haben, der uns westliche Verbraucher über unseren Konsum und dessen Beziehung zur restlichen Welt nachdenken lässt. Zumal wir die Art und Weise, wie westliche Medien ihr Publikum mit beziehungslosen Bildern über Hunger in Afrika bombardieren und dabei auf eine Verbindung zur eigenen Lebenswelt verzichten, für grundsätzlich falsch halten. Wir wollen dem Publikum vor Augen halten, dass wir mit jeder Tasse Kaffee unentwirrbar eingebunden sind in das System der globalen Ökonomie.“